Beratung bei Abschied, Trennung, Trauer

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Lange Zeit ging man davon aus, dass Trauer in aufeinanderfolgenden Phasen verläuft, denen man passiv ausgesetzt ist, und dass es die zentrale Aufgabe in der Trauer ist, den verstorbenen Menschen loszulassen und die Trauer damit abzuschließen.

Mittlerweile weiß man, dass sich Trauer nicht in linearen und starren Phasen zeigt, sondern vielmehr ein sehr individueller Prozess ist und eine breite Bandbreite an Gefühlen und körperlichen Empfindungen auszulösen vermag. So bedeutet Trauer nicht nur Traurigkeit, sondern kann beispielsweise Gefühle wie Hilfslosigkeit, Wut, Sehnsucht, Einsamkeit, Erleichterung, Verzweiflung, Angst usw. beinhalten. Zudem zeigt sich Trauer auch oftmals über körperliche Symptome, die beunruhigen können, jedoch meist nichts Ungewöhnliches sind: der seelische Schmerz drückt sich über den Körper aus.

Vielen Trauernden hilft die Idee nicht weiter, ihren verstorbenen Menschen loslassen zu müssen, da sie dies wie einen weiteren Verlust empfinden – und weil sie die Erfahrung machen, dass es nicht funktioniert. Der geliebte Mensch ist im Leben weiterhin präsent und nahe, wenn auch auf anderer Ebene. Neben der notwendigen Anerkennung der Realität kann es im Trauerprozess hilfreich sein, dem verstorbenen Menschen einen neuen, anderen/ inneren guten Platz zu gehen, Erinnerungen zu pflegen und zu bewahren sowie die eigenen Gefühle und Reaktionen zu verstehen und zu würdigen.

In der Trauerbegleitung richte ich mich danach, was Ihnen in dieser Zeit hilfreich ist: das können neben Gesprächen kreative Ausdrucksmittel wie Malen oder Schreiben sein, das Finden unterstützender individueller Rituale, einfache entspannende Körperübungen oder die Arbeit mit inneren Bildern, die stabilisieren und Kraft geben können.

Neben dem einschneidenden Verlust durch den Tod eines Menschen können auch viele andere Lebensereignisse tiefe Trauergefühle auslösen. Dies sind zum Beispiel Trennungen vom Lebenspartner oder von der Lebenspartnerin, Abschied von Idealen und Lebensplänen, der Verlust von Freundschaften oder des Arbeitsplatzes, nicht erfüllter Kinderwunsch, Einschränkungen durch Krankheit, Übertritt in die Pension, der Auszug der erwachsenen Kinder, Abschied vom vertrauten Wohnort usw.
Solcherart Verlusten ist es gemeinsam, dass sie oft vom Umfeld selten als solche wahrgenommen werden und dennoch sehr schmerzhaft sein und lebenshinderlich werden können. So mag auch bei diesen oder ähnlichen Lebensthemen eine Begleitung unterstützend und entlastend sein.